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Bramsche, 21.07.2017 11:10 Uhr: Personen in Aufzug eingeschlossen; Bahnhof Bramsche, "Bahnhofstrasse"

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21072017 bahnhof1Eine Familie mit Kind ist am Freitagvormittag im Aufzug am Bramscher Bahnhof steckengeblieben. Befreit wurde sie von der Feuerwehr – obwohl die dafür eigentlich gar nicht zuständig ist.

Rund zwanzig Minuten musste die Familie in dem Aufzug zu Gleis 2 und 3 am Bramscher Bahnhof ausharren, dann wurde sie von Ehrenamtlichen der Feuerwehr Bramsche befreit. Dazu reichte bereits ein Schlüssel aus, den sich die Einsatzkräfte beim Fahrdienstleiter besorgt hatten.

„Es kommt immer wieder vor, dass wir zu Einsätzen dieser Art gerufen werden“, sagte Feuerwehr-Sprecher Marc Piwinski im Anschluss. Er wies aber auch darauf hin, „dass wir eigentlich nicht zuständig sind“. Denn die Aufgabe der Feuerwehr sei die Gefahrenabwehr. Nur bei einer akuten Notlage sei das der Fall, wenn etwa jemand bei sengender Hitze lange Zeit auf Hilfe warten müsste.

Auf diese Problematik hatte die Feuerwehr bereits im Herbst 2016 hingewiesen, nachdem es innerhalb einer Woche gleich drei Einsätze am Bramscher Bahnhof gegeben hatte. Denn zuständig für die Verkehrssicherung dort ist die Deutsche Bahn. Diese hatte zum damaligen Zeitpunkt aber lediglich einen Wartungsdienst mit Sitz in Bremen beauftragt, der aber nicht, wie es von der DB eigentlich selbst vorgesehen ist, innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein konnte, wenn es Schwierigkeiten mit dem Aufzug gab.

Kurz darauf hieß es, das Bahn-Unternehmen habe reagiert und wolle künftig nicht mehr die Feuerwehr in Anspruch nehmen. Nach dem neuerlichen Vorfall teilte nun auf Anfrage unserer Redaktion eine Bahnsprecherin mit, die Firma Bosch sei entsprechend beauftragt worden. Diese bietet einen „Aufzugnotruf“ mit eigener Leitstelle an und verspricht eine „Personenbefreiuung 24/7“, also rund um die Uhr an jedem Tag, durch ein „Netzwerk von rund 180 Interventionspartnern“.

Wo konkret die für Bramsche zuständigen Mitarbeiter ihren Sitz haben, teilte die DB nicht mit. Warum trotz der Beauftragung doch immer wieder die Feuerwehr alarmiert wird, erklärt die Bahnsprecherin so: „Da gibt es zwei Gründe. Kunden rufen in den meisten Fällen selbst die Feuerwehr an. Die DB zieht die Feuerwehr nur dann hinzu, wenn die Firma es zeitlich nicht schafft, innerhalb von 30 Minuten vor Ort zu sein“. Das könne beispielsweise der Fall sein, wenn die Mitarbeiter im Stau stehen.

Quelle: Bramscher Nachrichten vom 21.07.2017

Foto: Björn Diekmann / Bramscher Nachrichten

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