Demo

Einsatz als First Responder - Verkürzung des therapiefreien Intervalls in lebensbedrohlichen Situationen

EH Team bei der Übung "Falcon Deep Water 2014"Kommt es zu einem Herzkreislaufstillstand, so zählt für den Patienten jede Sekunde. Je eher qualifizierte Hilfe eintrifft, desto höher sind seine Überlebenschancen. Mit jeder behandlungsfreien Minute sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Reanimation erfolgreich ausgeht um 10 %.

Das therapiefreie Intervall, also die Zeit bis qualifizierte medizinische Hilfe eingeleitet werden kann, muss so kurz wie möglich gehalten werden. In der Regel kann dies durch den Rettungsdienst sichergestellt werden. Befindet sich der Rettungsdienst einsatzbereit an der Rettungswache Bramsche, benötigen die Einsatzkräfte nur wenige Minuten bis sie im Bereich Achmer tätig werden können. In einigen Fällen, wenn der Rettungswagen bzw. der Notarzt aus weiter entfernten Orten (z.B. Ankum, Osnabrück) anrückt, sind jedoch Eintreffzeiten von 20 Minuten realistisch. In diesen Fällen kommt das Erste-Hilfe-Team als First Responder zum Einsatz und überbrückt die Zeit bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Prinzipiell ist das Erste-Hilfe-Team mit den Ersthelfern in größeren Betrieben vergleichbar. In den meisten Firmen ist die Erste-Hilfe innerbetrieblich organisiert, so dass auch dort die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt wird.

Das Erste-Hilfe-Team wird natürlich nicht nur bei Herzkreislaufstillständen alarmiert, sondern kommt auch bei allen anderen Notfällen zum Einsatz, wo mit einer lebensbedrohlichen Situation gerechnet werden muss. In der Praxis sieht es so aus, dass die Feuerwehr Achmer als First Responder dann alarmiert wird, wenn in Achmer ein Notarzteinsatz erforderlich ist und kein Rettungsmittel im Raum Bramsche einsatzbereit ist. Bei entsprechenden Einsätzen rückt nur das LF 20 aus. Auf diesem Fahrzeug befindet sich neben einer umfangreichen feuerwehrtechnischen auch eine erweiterte medizinischen Ausrüstung.

Qualifizierte Ersthelfer bei öffentlichen Veranstaltungen

Die Feuerwehr ist auf einer Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen anwesend (Weihnachtsmarkt, Gemeindefest, Brandsicherheitswachen, etc.). Wie die Vergangenheit zeigte ist die Feuerwehr hier ohnehin, auch bei medizinischen Notfällen, erster Ansprechpartner. Eine Vorhaltung von entsprechend fortgebildeten Ersthelfern macht also auch hier Sinn und stellt einen weiteren Beitrag zur Sicherheit der Bürger dar.

Qualifizierte Ersthelfer bei Übungen

Vor allem bei der Atemschutzausbildung kann es, bedingt durch sehr hohe physische Belastung, zu medizinischen Notfällen in Form von Kreislaufzusammenbrüchen oder sogar Herzkreislaufstillständen kommen. Eine schnelle Hilfe, insbesondere durch eine früh eingeleitete Reanimation, fördert hier ganz enorm die Sicherheit der eigenen Feuerwehrkräfte.

Qualifizierte Ersthelfer bei Einsätzen

Bei jedem Einsatz steht die Menschenrettung und auch der Eigenschutz an erster Stelle. Wie auch bei den Übungen, birgt insbesondere der Atemschutzeinsatz hohe Gefahren. Eine Vorhaltung von gut ausgebildeten Ersthelfern ist auch hier mehr als sinnvoll. Zudem kommen diese Kräfte unterstützend bei einem Massenanfall an Verletzten oder Erkrankten (MANV) zum Einsatz, das kann z. B. ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten sein. Die Feuerwehr Achmer ist neben den regulären Aufgaben zudem in einer "Technischen Einheit Bahn" des Landkreises Osnabrück eingebunden. Bei regionalen und auch überregionalen Bahnunglücken kommen diese Einheiten zum Einsatz. Solche Einsätze stehen in der Regel immer im Zusammenhang mit einem Massenanfall an Verletzten.

Ausbildung des Erste-Hilfe-Teams:

Neben der jährlichen Fortbildung im Rahmen des normalen Ausbildungsdienstes (für alle Feuerwehrangehörigen obligatorisch), findet jeden zweiten Monat ein separater Ausbildungsdienst für die Mitglieder des EHT statt. Zur Zeit gehören diesem Team 13 Feuerwehrleute an. Zum Teil besitzen die Einsatzkräfte eine Ausbildung im Sanitäts- oder Rettungsdienst, einige sind zudem regelmäßig im Rettungsdienst tätig und verfügen somit über weiterführende Kenntnisse.

Ausrüstung:

LF 20:

- Notfallrucksack (u. a. ausgestattet mit Beatmungsbeutel, Sauerstoff, Absaugpumpe, Blutdruckmanchette, Pulsoxymeter, Blutzuckermessgerät)

Automatisierter externer Defibrillator (AED)

Des weiteren verfügt dieses Fahrzeug über eine gute allgemeine feuerwehrtechnische Beladung, die auch dem Erste-Hilfe-Team von Nutzen sein kann. Zum Beispiel Spineboard, Tragetuch, Werkzeug zum öffnen von Türen, Material zur Ausleuchtung und Verkehrsabsicherung, usw.

GW Mess, TLF 16/24-Tr und MTF:

- Notfalltasche mit Grundausstattung

rettarena28.06.08 3

Drucken E-Mail